Ministerbesuch in Trienz | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Ministerbesuch in Trienz

Hoher Besuch am späten Nachmittag! In der Bäckerei von Michael Zettl in der Ortsmitte von Trienz kam am vergangenen Mittwoch kurzerhand der Minister für den Ländlichen Raum MdL Peter Hauk vorbei. Und das hatte seinen Grund, denn Minister Hauk wollte sich vor Ort davon überzeugen, wohin Fördergelder aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum gehen. Bei der jüngsten Verteilerrunde nämlich wurde auch der Antrag der Familie Zettl zur Erweiterung der Bäckerei bedacht. „Das ist sehr gut“, kommentierte da auch Fahrenbachs Bürgermeister Jens Wittmann, der sich im Übrigen für fünf mit Zuschüssen bedachte Förderprojekte von Privatpersonen und Firmen in der Gesamtgemeinde freute. „Der Entwicklung unserer Gemeinde tut das gut und wenn innerörtlich Gebäude erhalten und modernisiert werden ist das einfach nur lobenswert“, so der Bürgermeister. Michael Zettl gab gerne Informationen zu seinem Betrieb, der sich in den letzten 20 Jahren am heutigen Standort stetig entwickelte. Neben dem Geschäft in Trienz hat die Bäckerei Zettl Filialen in Lohrbach, Schefflenz, Auerbach sowie Roigheim und beliefert zudem größere Betriebe in der Region. „Die Nachfrage ist groß“, so Michael Zettl, „doch wir sind mittlerweile an die Kapazitätsgrenzen gekommen“. Neues Personal zu finden ist schwierig, denn der Fachkräftemangel ist im Bäcker-Handwerk deutlich spürbar. So berichtet Tochter Lea-Marie davon, dass in ihrer Berufsschulklasse grade mal zwei Fachverkäuferinnen ausgebildet werden. So bleiben die Zettl´s halt weiter ein Familienbetrieb im besten Sinne. Chef ist Bäckermeister Michael Zettl, der in der Backstube von seinem Sohn Florian unterstützt wird. Florian Zettl hat übrigens schon in jungen Jahren zwei Meistertitel als Bäcker und als Konditor, erworben. Quasi Mädchen für alles ist Mutter Anke zu deren Aufgabengebiet auch die morgendlichen Lieferfahrten zählen und im Verkauf wirkt die Tochter mit. „Wir kleinen Bäckerbetriebe müssen uns eben durch Qualität von den Großbäckereien abheben“, erklärt Michael Zettl, für den Regionalität und Qualität fest zusammengehören. „Arbeit gibt`s genug und deshalb war und ist die Erweiterung und die Modernisierung mit Großgeräten auch unverzichtbar“, erklärt der Juniorchef Florian lächelnd beim Blick auf eine Teigmaschine die aus der früheren Generation stammt. „Alt und modern zusammen bringen, das ist wichtig“. Ein Dankeschön der Familie Zettl ging aber nicht nur an die Genehmigungsbehörde sondern auch an die Gemeinde Fahrenbach, die die Pläne unterstützt hat und das Ingenieurbüro IFK in Mosbach für das Ines Breiding, die für ELR zuständige Sachbearbeiterin bei der ministerlichen Stippvisite mit dabei war.

Fahrenbachs Bürgermeister Wittmann lobte den Mut zur Investition und die Wichtigkeit von hochwertigen Bäckerei-Produkten, die der Grundversorgung der Bevölkerung dienen. Diese Grundversorgung hat im Übrigen auch die Bäckersfamilie Zettl im Blick und bietet in ihren Filialen auch ein Angebot von Waren des täglichen Grundbedarfs an und die Möglichkeit für einen Plausch bei einem Tässchen Kaffee oder einem süßen Stückchen bietet sich auch. Minister Peter Hauk sprach davon, dass das ELR-Programm mit der Priorität Grundversorgung ja genau für solche Fälle gedacht ist und zeigte sich erfreut über die Vorzeige-Bäckersfamilie die in ihrem Heimatort bestens integriert ist. Positiv, dass der Fortbestand in der nächsten Generation gegeben ist und die Familie immer gerne ihrem Handwerk nachgeht. Dass das auch viel Zeitaufwand erfordert belegt der Bäckermeister-Senior lachend mit dem Schlusszitat: „Ich bin öfters in der Backstube als in meinem Wohnzimmer“.