Passend zum „Welttag des Buches“ veröffentlichte Thomas Breitinger sein neustes 292 Seiten umfassendes Werk. Halt, der Fahrenbacher Kämmerer ist jetzt nicht unter die Buchautoren gegangen. Nein, er stellte nur im Gemeinderat seinen Haushaltsplan für 2026 vor. Und der umfasst mit allen Übersichten, Berechnungen, Erläuterungen und dem Stellenplan tatsächlich fast 300 Seiten mit Zahlen, Daten und Fakten. Der Etat hat letztlich ein Volumen von knapp 8,7 Millionen Euro, wobei 941.500 € für Investitionen zur Verfügung stehen. Schwerpunkte bei letzterem sind die Beschaffung eines MTW (Kleinbus) für die Feuerwehr, deren neue Funkmelder, sowie der Bau einer Fahrzeughalle für die örtliche DRK-Bereitschaft. Sanierungen wie z.B. im Mühlenweg in Robern und die Umrüstung der Bürgerhäuser mit LED-Beleuchtung sind ebenso eingepreist, so der Kämmerer. Anhand von Schaubildern erläuterte der Finanzfachmann den wenigen Zuhörern dann die Finanzentwicklung bei Zuweisungen, Steueranteilen und Umlagen, die sicher weiter zu Sorgenfalten bei den Verantwortlichen führt. Das letztlich doch noch positive Fahrenbacher Ergebnis 2026 liegt am Gewerbesteuer-Rekordaufkommen Ein „dicker Brocken“ im Breitinger´schen Buch sind die Personalausgaben, die mit rund 2,8 Millionen Euro beziffert werden. Den größten Anteil daran haben mit über 50 % die Kindergärten. Insgesamt sind im Stellenplan 36 Stellen mit 50 Bediensteten ausgewiesen. „Auch wenn das viele aus der Bürgerschaft nicht sehen, geben wir doch sehr viel Geld für unsere Kinder in den Kindergärten und im Schulbereich aus“, erklärte in diesem Zusammenhang Bürgermeister Jens Wittmann. „Es gilt weiter die Devise Pflicht vor Kür, denn wir befinden uns nach wie vor finanziell auf dünnem Eis, das hoffentlich bald dicker und tragfähiger wird“. In diesen Kontext passt auch die Tatsache, dass es 2026 keine projektbezogene Vereinsförderung geben wird. Die jährlichen Zuwendungen aber erhalten die Clubs und Gruppen in der Gesamtgemeinde wie gewohnt.
Steffen Endlich von der BWG sprach von einem Ergebnis das zufrieden aber nicht euphorisch werden lässt. Man habe die Haie im Haifischbecken, das sich 2025 ankündigte auf Diät gesetzt, und müssen jetzt den Spagat zwischen sparen und Stillstand schaffen. Er dankte allen Vereinen und Gruppen für ihre Mitgestaltung des kommunalen Lebens und bedauerte, wie alle Redner übrigens, dass man bei den Zuschüssen die Stellschrauben enger ziehen musste. Benedikt Münch von der ZMV-Fraktion, sprach von einem stabilen Haus mit viel Druck auf den Fundamenten. Die Lage sei positiv - wegen der Gewerbesteuer - aber keineswegs entspannt. Der Schuldenstand soll weiter zur Vorsicht mahnen und es gelte ein Handlungskonzept mit Prioritätenliste zu erstellen. Susanne Frauenschuh von der GfA empfahl der Gemeinde am Trienzbach weiter auf Sparkurs zu schippern, denn der Handlungsspielraum sei weiter begrenzt. Nur gut, dass man auf das Gewerbe vor Ort bauen kann und man jetzt ein Stück weit auch für die Investitionen ins Gewerbegebiet belohnt werde. Der Dialog mit den Gewerbetreibenden, egal ob klein oder groß, ist weiter wichtig, so Frauenschuh. Alle drei Fraktionssprecher einte der Dank an die Verwaltung für die gute Arbeit und die Zusammenarbeit im Gremium, die in schwierigen Zeiten ja wichtiger denn je ist. Wichtig zudem für die Bürgerschaft ist die Tatsache, dass keine Erhöhungen von Hebesätzen geplant sind und auch bei den vorgesehenen Kreditaufnahmen die „schwarze Null“ prangt. Nach den drei positiven Statements war die anschließende einstimmige Annahme des Haushaltes 2026 keine Überraschung. In die Spiegel - Bestsellerliste wird es das das Haushaltsbuch aber trotzdem sicher nicht schaffen.
Aufnahme in die gemeindlichen Annalen werden aber die Beschlüsse finden, die im Anschluss zu fassen waren. Es galt die Feuerwehrführungen der drei Abteilungen und der Gesamtwehr zu bestätigen. Gewählt wurden die ja in den jeweiligen Sitzungen für die Dauer von fünf Jahren. Schon dort, so Jens Wittmann, habe er betont wie stolz er auf die „tollen Truppen“ der Floriansjünger ist und wie hoch er die Breitschaft zur Aus- und Weiterbildung einschätzt. „Unsere Bevölkerung kann sich ob einer so funktionieren Einsatzgruppe glücklich schätzen“. Mit Blick darauf waren die einstimmigen Zustimmungen zur Wahl von Matthias Brand als Gesamtkommandant und dessen Vertreter Markus Wesch ebenso keine Überraschung wie die Bestätigung der Kommandanten für Fahrenbach mit Benjamin Haas und als Stellvertreter Manuel Haag und für Robern mit Marco Konrath und als Stellvertreter Markus Wesch. Für Trienz wurde Stefan Achstetter als Kommandant bestätigt, der künftig von Olaf Hansal und Florian Zettl als gleichberechtigte Stellvertreter unterstützt wird.
Angesprochen wurde dann noch der seit vielen Jahren vorhandene Wunsch nach einem Fußweg zum Roberner Friedhof, parallel der Landstraße. Dazu bräuchte es aber den Zukauf von Privatgelände, damit man die Vorgaben an solche Wege erfüllen kann. Roberns Ortsvorsteher Uwe Kohl bekräftigte, dass der Ortschaftsrat eine solche Verbindung begrüßen würde. Die Hoffnung, dass die Verbindung evtl. in einen neuen mit Landesmitteln geförderten Radweges eingebunden werden könne, habe sich ja nicht erfüllt. In der Diskussion zeigte sich, dass der Gemeinderat die Idee weiterhin vollauf unterstützt. Die Verwaltung wurde beauftragt konkrete Pläne aufzulegen und sich intensiv mit den Grundstücksverhandlungen zu beschäftigen.
Beschäftigt hat man sich in der letzten Zeit auch mit dem Thema Jugendraum für Fahrenbach. Jetzt ist in dieser Causa quasi der Durchbruch gelungen, denn man kann geeignete Räumlichkeiten im katholischen Gemeindehaus in Fahrenbach anmieten. Für diese, so Gemeinderätin Janina Varga, erarbeite man jetzt zusammen mit den Jugendlichen ein Konzept, das in einer der nächsten Sitzungen dem Gremium vorgestellt werden soll. Die Ideen sind vielversprechend, so der Tenor.
Fragen haben jüngst die Infoschreiben der Grundbuchverwaltung gesorgt in denen die Fahrenbacher Bürger auf die Eintragung eines Sanierungsvermerkes für ihre Immobilie informiert wurden. Das ist ein rechtlich abgesicherter Schritt im Verfahren der innerörtlichen Entwicklung für den Fahrenbacher Altort. Aktuell, so Wittmann habe die Eintragung keine negativen Auswirkungen. Gleichwohl gilt es, alle baulichen Veränderungen und evtl. Verkäufe mit der Gemeinde abzusprechen. Einen Zwang zur Sanierung, wie teilweise schon geunkt wurde, gebe es aber nicht. Allerdings können die betroffenen Häuslebesitzer bei Maßnahmen auch Zuschüsse und Fördergelder abgreifen. Für Rückfragen stehe die Gemeindeverwaltung gerne zur Verfügung, so der Bürgermeister.
Der wies dann noch auf die anstehenden Termine im Veranstaltungskalender hin und dankte dem Heimatverein für die Komplettierung per Abfallbehälter und Ascher der Sitzgruppe am Roberner See. Weniger erfreulich ist aber, dass in Kürze wegen der Sperrung der B27 (Instandsetzungen zwischen Dallau und Auerbach) deutlich mehr Verkehr in Robern und Fahrenbach (und wohl auch in Trienz) zu erwarten ist. Der in Waldhausen „abgegriffene“ Verkehr, so die Pläne, wird nämlich über Limbach, Krumbach, Robern nach Fahrenbach umgeleitet. „Wird nicht schön, aber muss halt sein“, so Wittmann mit der Bitte um Akzeptanz.
Autor: Uwe Köbler